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Es gibt viele Möglichkeiten, den rituellen Reichtum der klassischen römischen Liturgie zu entfalten, angefangen von der stillen Messe über das gesungene Amt und das levitierte Hochamt bis hin zum feierlichen Pontifikalamt. Bei aller Vielfalt ist es jedoch ein starker Ausdruck von Einheit, dass all diesen Formen eine feste und immer gleich bleibende Ordnung zugrunde liegt. Wer sich einmal mit dem ORDO MISSAE, der Messordnung, vertraut gemacht hat, wird sich in allen Formen der Messe leicht zurecht finden.
Auch heute noch beansprucht die kirchliche Autorität das alleinige Recht, die Liturgie zu ordnen. Sowohl im letzten Konzil als auch im kirchlichen Gesetzbuch werden die Priester eindringlich gemahnt, sich bei der Feier der Liturgie genau an die amtlichen liturgischen Bücher zu halten: „Deshalb darf niemand dabei eigenmächtig etwas hinzufügen, weglassen oder ändern“ (Canon 846 § 1 CIC), „auch wenn er Priester wäre“ (SC 22 § 3). Im ‚Direktorium für Dienst und Leben der Priester‘ der Kongregation für den Klerus vom 31. Januar 1994 wird betont, dass die Gläubigen „ein wahres Recht“ darauf haben, „an liturgischen Feiern so teilzunehmen wie sie die Kirche will und nicht nach dem persönlichen Geschmack des einzelnen Amtsträgers“ (Nr. 64). In der Instruktion ‚Redemptionis Sacramentum’ der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung vom 25. März 2004 heißt es: „Alle Christgläubigen haben das Recht auf eine wahre Liturgie und besonders auf eine Feier der heiligen Messe, wie sie die Kirche gewollt und festgesetzt hat, wie es also in den liturgischen Büchern und durch andere Gesetze und Normen vorgeschrieben ist. In gleicher Weise hat das katholische Volk das Recht, dass das Opfer der heiligen Messe unversehrt und in voller Übereinstimmung mit den Äußerungen des Lehramtes der Kirche gefeiert wird.” (Nr. 12)
Wie
demgegenüber vielfach die liturgische Realität aussieht, brauchen wir an
dieser Stelle nicht zu kommentieren. Immerhin stellt dieselbe Instruktion
fest, man könne nicht verschweigen, „dass es Missbräuche, auch sehr
schwerwiegender Art, gegen das Wesen der Liturgie und der Sakramente sowie
gegen die Tradition und die Autorität der Kirche gibt” (Nr. 4). Die Messe ist im klassischen römischen Ritus klar gegliedert in drei Hauptteile, wie es das folgende Schema veranschaulicht:
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ORDO MISSAE |
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1. Hauptteil: Vormesse |
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1. Stufengebet |
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2. Introitus |
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Eingangsvers |
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3. Kyrie |
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4. Gloria |
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5. Oration |
= |
Tagesgebet |
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6. Lesung |
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7. Graduale |
= |
Zwischengesang |
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8. Evangelium |
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9. Predigt |
(nur sonntags und an Festen) |
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10. Credo |
(nur sonntags und an Festen) |
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Glaubensbekenntnis |
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2. Hauptteil: Opfermesse |
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(1) Opferung |
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1. Dominus vobiscum |
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2. Opferung der Hostie |
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3. Opferung des Kelches |
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4. Lavabo |
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Händewaschung |
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5. Orate fratres / Suscipiat |
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6. Secret |
= |
Stillgebet |
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(2) Wandlung |
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Kanon |
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1. Präfation |
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2. Sanctus |
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| 3. Gebete vor der Wandlung | ||||||
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4. Heilige Wandlung |
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5. Gebete nach der Wandlung |
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6. Per ipsum |
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7. Pater noster |
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(3) Kommunion |
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1. Brechung der Hostie und Pax |
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2. Agnus Dei |
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3. stille Kommuniongebete |
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4. Kommunion des Priesters |
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5. Kommunion des Volkes |
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6. Purifikation |
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Reinigung der Gefäße |
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3. Hauptteil: Nachmesse |
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1. Communio |
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Kommunionvers |
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2. Postcommunio |
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Schlussgebet |
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3. Segen |
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4. Schlussevangelium |
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Wir werden nun genau dem ORDO MISSAE folgen, um die darin verborgenen Reichtümer ein wenig zu erläutern und den Sinn zu wecken für die zeitlose Schönheit der römischen Messe.
In einer sehr kurzlebigen und nach ständig neuen Abwechslungen haschenden Zeit mag es ungewohnt erscheinen, am Altar Tag für Tag immer der gleichen Ordnung zu folgen. Wer sich aber auf die Logik ständiger Abwechslung einlässt, gerät bald in den Zwang, immer etwas Neues ‚bieten‘ zu müssen. Wir sind der Überzeugung, dass auch der heutige Mensch sich im Grunde nach einer festen Ordnung sehnt und inmitten des ständigen Wandels gerade in der Liturgie einen sicheren Halt, eine Quelle inneren Friedens und ein Stück geistige Heimat finden kann.
Neben den immer gleich bleibenden Teilen der Messe gibt es solche
Elemente, die sich je nach dem liturgischen Tag oder Festgeheimnis
ändern.
| Veränderliche Teile des ORDO MISSAE | ||
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1. Introitus |
= |
Eingangsvers |
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2. Oration |
= |
Tagesgebet |
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3. Lesung |
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4. Graduale / Tractus / Alleluja |
= |
Zwischengesang |
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5. Evangelium |
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6. Offertorium |
= |
Opferungsvers |
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7. Secret |
= |
Stillgebet |
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8. Präfation |
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9. Communio |
= |
Kommunionvers |
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10. Postcommunio |
= |
Schlussgebet |
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