|
Opfermesse |
|
[Opferung / Wandlung / Kommunion] |
| |
|
| Vormesse |
Nachmesse |
| |
|
| |
|
|
|
Communio
Communio und Postcommunio gehören zu den jeweils wechselnden Eigenteilen der
Messe. Ursprünglich war die Communio ein Psalmengesang. Ähnlich wie der
Introitus den Einzug zum Altar, so begleitete die Communio die Spendung der
heiligen Kommunion. Heute ist davon nur noch eine kurze Antiphon geblieben.
Gewöhnlich steht die Communio in einer gewissen Beziehung zum Tagesgedanken.
Postcommunio
Gegenstand der
Postcommunio ist meistens die Bitte, das Sakrament möge zur
vollen Auswirkung kommen. So beten wir beispielsweise am zweiten
Adventssonntag: „Gesättigt durch den Genuss der Seelenspeise, bitten wir
Dich flehentlich, o Herr: Lehre uns durch die Teilnahme an diesem Geheimnis
das Irdische verachten und das Himmlische lieben.“
Ite
missa est
In der
frühen Kirche und vor allem in Zeiten der Verfolgung beobachteten die
Christen eine strikte Arkandisziplin [von arcanus = heimlich]. Die
Katechumenen [= Taufbewerber] wurden langsam und schrittweise in die
Geheimnisse des Glaubens eingeführt und mit den gottesdienstlichen Riten
vertraut gemacht. Vor den Heiden aber schwieg man über die christliche Lehre
und den Gottesdienst, um das Heilige zu schützen und es nicht der Gefahr der
Profanierung auszusetzen. Dabei dachte man an die Mahnung Jesu: „Gebt das
Heilige nicht den Hunden und werft eure Perlen nicht vor die Schweine, damit
sie nicht diese zertreten unter ihren Füßen und sich umwenden und euch
zerreißen.“ (Mt 7,6) Zu diesem Zweck verwendete man gleichsam eine
Geheimsprache und erfand einfache Symbole, die nur den Gläubigen
verständlich waren und mit deren Hilfe sie sich gegenseitig erkennen
konnten.
Eines
der bedeutsamsten frühchristlichen Symbole ist der Fisch: Er wird im Wasser
geboren, wie auch der Christ im Wasser der Taufe geboren wird. Ein gesunder
Fisch kann im Salzwasser leben, ohne selbst salzig zu werden, wie auch ein
‚gesunder’ Christ den ‚Geschmack’ der Welt nicht annimmt. Schließlich stehen
die einzelnen Buchstaben des griechischen Wortes ‚ichthys’ [= Fisch] für ein
kurzes Glaubensbekenntnis: „Jesus Christus, Gottes
Sohn, Erlöser.”
Im
Kontext dieser Arkandisziplin steht auch der Begriff ‚Messe’. Er ist dem
Entlassungsruf „Ite, missa est“ entnommen. „Ite” [von ire =
gehen] bedeutet:
„Gehet hin!” Das ‚missa est’ ist verwandt mit ‚missio’ [=
Sendung] und würde
wörtlich übersetzt bedeuten: „Es ist gesandt worden.” Nur Eingeweihte
sollten verstehen, was damit gemeint war, wenn die Christen von der ‚missa’
sprachen.
Gewöhnlich wird das „Ite missa est” gedeutet als Hinweis auf die
apostolische Sendung der Kirche: „Gehet hin, ihr seid gesendet!“ Ihr wurdet
erleuchtet vom göttlichen Licht und gestärkt mit dem Brot des Lebens.
„Verkündet das Evangelium aller Kreatur!” (Mk 16,15) Gehet hin, in eure
Familien, an den Arbeitsplatz, in die Schulen und Universitäten!
Nicht
ihr sollt euch der Welt anpassen: „Macht euch nicht die Art dieser Welt zu
eigen, sondern wandelt euch um durch Erneuerung eures Denkens, um zu prüfen,
was der Wille Gottes ist, was gut, wohlgefällig und vollkommen.“ (Röm 12,2)
Geht
vielmehr hin, damit die Welt durch euch gewandelt werde: „Ihr seid das Salz
der Erde. Wenn das Salz schal geworden ist, womit soll man es salzen? Es
taugt zu nichts weiter, als dass es hinausgeworfen und zertreten wird von
den Menschen. Ihr seid das Licht der Welt. Es kann eine Stadt nicht
verborgen bleiben, die droben liegt auf dem Berge. Auch zündet man nicht
eine Lampe an und stellt sie unter den Scheffel, sondern auf den Leuchter,
damit sie allen leuchte, die im Hause sind. So leuchte euer Licht vor den
Menschen, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater preisen, der im
Himmel ist.“ (Mt 5,13 - 16)
Eine
ungewohnte aber schöne Deutung gibt der hl. Thomas von Aquin über das „Ite
missa est” [vgl. S. th. III,83,4 ad 9]. In den Worten „Es ist gesandt
worden” sieht er einen Hinweis darauf, dass in der Messe unser Gebet und
Opfer zu Gott emporgesandt und Christus als Opfergabe zu uns hinabgesandt
worden ist, worauf die Gläubigen antworten: „Deo gratias! - Dank sei Gott!”
Segen
Vor dem
Segen verbeugt sich der Priester tief, legt die gefalteten Hände auf den
Altar und spricht leise das Placeat tibi, sancta Trinitas: „Heiliger,
dreieiniger Gott, nimm die Huldigung Deines Dieners wohlgefällig an. Lass
das Opfer, das ich Unwürdiger vor den Augen Deiner Majestät dargebracht
habe, Dir wohlgefällig sein, und gib, dass es mir und allen, für die ich es
dargebracht habe, durch Dein Erbarmen zur Versöhnung gereiche.“
|
| |
|
|
 |
|
Dann
küsst er den Altar, erhebt Augen und Hände, vereinigt beide Hände, wendet
sich um und macht mit der rechten Hand ein Kreuzzeichen über das Volk. Durch
diesen Gestus wird angedeutet, dass aller Segen von oben kommt: „Jede gute
Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben, vom Vater der Lichter,
bei dem kein Wechsel ist oder ein Schatten von Veränderung.“ (Jak 1,17)
Zeichen
und Quelle allen Segens ist das heilige Kreuz. Auch im alltäglichen Leben
soll der Christ stets mit dem Kreuz verbunden sein: „Wenn einer mir
nachfolgen will, der verleugne sich selbst, nehme täglich sein Kreuz auf
sich und folge mir nach.“ (Lk 9,23) Den wahren Jünger Jesu erkennt man an
seinem Verhältnis zum Kreuz.
Die
Segensformel lautet: „Es segne euch der allmächtige Gott, der Vater und der
Sohn † und der Heilige Geist.“ Schon in der alttestamentlichen mosaischen
Segensformel war ein Hinweis auf die allerheiligste Dreifaltigkeit, insofern
der Name Jahwe dreimal genannt wurde: „So sollt ihr die Israeliten segnen,
indem ihr zu ihnen sprecht: ‚Der Herr segne dich und behüte dich! Der Herr
lasse sein Antlitz leuchten über dir und sei dir gnädig! Der Herr wende dir
sein Angesicht zu und verschaffe dir Heil!‘ So sollen sie also meinen Namen
auf die Israeliten legen und ich will sie segnen!“ (Num 6,23 - 27)
Der
ganze Ritus des Schlusssegens ist ein Bild jenes Segens, den Jesus bei
seiner Himmelfahrt auf dem Ölberg den Jüngern gab: „Dann führte er sie bis
vor Bethanien hinaus, erhob seine Hände und segnete sie. Es geschah aber,
während er sie segnete, schied er von ihnen und wurde emporgetragen zum
Himmel. Sie aber fielen anbetend vor ihm nieder und kehrten mit großer
Freude nach Jerusalem zurück.“ (Lk 24,50 - 53)
|
| |
|
|
|
Es ist
ganz angemessen, dass die Gläubigen - genau wie die Apostel bei der
Himmelfahrt - zum priesterlichen Segen niederknien, denn Gott selbst ist es,
der durch die Hand des Priesters segnet.
Im
Kontext der Himmelfahrt Jesu steht auch die Erinnerung an die Wiederkunft
Christi am Jüngsten Tag, denn als die Jünger zum Himmel hinaufsahen,
sprachen die Engel zu ihnen: „Ihr Männer aus Galiläa, was steht ihr da und
schaut zum Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg in den Himmel aufgenommen
wurde, wird ebenso wiederkommen, wie ihr ihn habt hingehen sehen zum
Himmel.“ (Apg 1,11) Wenn der Herr einst wiederkommt zum großen Gericht, dann
wird er über die Auserwählten zu seiner Rechten den letzten großen Segen
sprechen: „Kommt, ihr Gesegneten meines Vaters! Nehmt in Besitz das Reich,
das euch bereitet ist seit Grundlegung der Welt.“ (Mt 25,34)
Schlussevangelium
Segnen
kann man nicht nur mit der Hand, sondern ebenso mit einem Kreuz oder einer
Reliquie. Auch mit dem Evangelium kann man segnen, denn „lebendig ist das
Wort Gottes, wirksam und schärfer als jedes doppelt geschliffene Schwert; es
dringt durch bis zur Trennung von Seele und Geist, von Gelenk und Mark, und
ist Richter über Gedanken und Regungen des Herzens“ (Hebr 4,12).
Ursprünglich hatte das Schlussevangelium vor allem den Charakter eines
Segens. Wenn der Anfang des Evangeliums feierlich gelesen wird, dann steht
der Beginn stellvertretend für das Ganze [pars pro toto]. Deshalb ist es
mancherorts Brauch, am Fronleichnamsfest an vier Altären in die vier
Himmelsrichtungen jeweils der Anfang der vier Evangelien zu lesen.
Auch
inhaltlich finden wir im Schlussevangelium einen höchst passenden Abschluss
der heiligen Messe, denn es enthält eine wunderbare Zusammenfassung der
wesentlichen Inhalte des Messopfers und der wichtigsten Geheimnisse des
Glaubens. Der hl. Apostel und Evangelist Johannes wird zu Recht dargestellt
mit dem Symbol des Adlers, denn vom Adler sagt man, er könne mit bloßem Auge
in die Sonne schauen. Tatsächlich gleicht der Beginn seines Evangeliums
einem adlerhaften Blick in die ewige Sonne der Gottheit: „Im Anfang war das
Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.”
In der
Gesamtstruktur der Messe steht das Schlussevangelium parallel zum
Stufengebet. Während dort die Bitte stand: „Sende aus Dein Licht und Deine
Wahrheit“, finden wir im Schlussevangelium gleichsam die Antwort, denn es
spricht vom „wahren Licht, das jeden Menschen erleuchtet, der in diese Welt
kommt”.
Von
Johannes dem Täufer heißt es: „Ein Mann ward gesandt von Gott.“ Er sollte
dem Herrn vorangehn, um ihm den Weg zu bereiten: „Er kam als Zeuge; er
sollte Zeugnis geben vom Licht, auf dass alle durch ihn zum Glauben
gelangen.“ Weil aber die Menschen die Finsternis mehr liebten als das Licht
[vgl. Joh 3,19], musste Johannes dasselbe Schicksal erleiden wie vor ihm die
alttestamentlichen Propheten [vgl. Mk 6,17-29] und wie nach im Jesus,
gefolgt von einer großen Schar von Blutzeugen.
Jesus
„war in der Welt, und die Welt ist durch ihn geworden, doch die Welt hat ihn
nicht erkannt. Er kam in sein Eigentum, doch die Seinen nahmen ihn nicht
auf. Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden,
all denen, die an seinen Namen glaubten.“
|
| |
|
|
 |
|
Zu den
Worten: „Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt”, beugt
der Priester anbetend das Knie. Wie das göttliche Wort damals in Nazareth in
den Schoß der Jungfrau Maria hinabgestiegen ist, so ist Christus nun auf das
Wort des Priesters hin auf den Altar herabgestiegen. |
| |
|
|
 |
|
Wenn
wir in rechter Weise die Messe mitgefeiert haben und wenn es gelungen ist,
ein klein wenig den Schleier des Mysteriums zu lüften, dann können auch wir
sagen: „Et vidimus gloriam eius - Wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die
Herrlichkeit des Eingeborenen vom Vater, voll der Gnade und Wahrheit!“
„Deo
gratias!” |
| |
|
|
|
|
|
|
Buch zuklappen
zurück zu Kapitel 11
Inhaltsverzeichnis
weiter zum
Literaturverzeichnis |
|
|